Donnerstag, 8. Oktober 2026

sommermädchen 2026

dein sommer muss niemand beeindrucken. 

außer dich selbst.

 

  

gelber löwenzahn wandelte sich in weiße punkte und sprenkelte die wiesen. stattdessen schossen die rapsfelder aus dem boden. so lange her, dass ich von diesen gelben feldern schwärmen konnte. längst hatte ich diese zeit im letzten jahr vergessen. ganz neu schien mir das glücksgefühl über den wechsel von kräftigem gelb und knackigen grüntönen. als ob ich es so noch nicht gesehen hätte. als sei es deutlich länger her als im letzten jahr. ich fühlte mich zwischen den jahreszeiten. mochte den frühling noch nicht loslassen mit seinem licht und seinen farben. dem optimismus, den er nach dem grauen winter verbreitete. sehnte mich aber nach beständigem sonnenschein und längeren tagen. freute mich auf leichte kleidung, sommerlimonade und eiscafé, den duft von sonenncreme auf der haut...

und dann war er da!

 

 

 

hitzefrei und freibad ganz spontan

eingeschlafen auf der terrasse - mitten am tag

himbeeren vom strauch pflücken und dabei geichzeitig im pool sitzen

das gras ist ganz knusprig wegen der großen hitze

sommermontage, sommerdienstage, sommergerüche

prickelnd reich fühlen an gemeinsam verbrachter zeit

die kleider knitteriger als sonst 

 

 

die sommerferien fühlte ich wie ich sie in meinen kindheitstagen erlebt habe. unendlich viele tage, unendlich lange. einerseits hell leuchtend und andererseits dumpf langweilig - die perfekte mischung. ich hatte pläne im sinn für die langweiligen strecken, ich war begierig darauf die geschichten zu erleben, die sich zutragen sollten. ich erlebte keine zeit, es waren zustände durch die ich gleitete. 

dinge vor sich herschieben und ausweiten, obwohl man sie sonst in viel weniger zeit erledigt hätte. 

kein optimum, 

kein maximum, 

keine effizienz

absichtslosigkeit

frei von verpflichtung

 

 

glück bestand in der freiheit, den tag zu beginnen,wie man wollte, und gleichzeitig von dem gelenkt zu sein, was wetter und zufall vorgaben. iris wolff halber stein 

 

ich bin ein sommerkind. meinen geburtstag wollte ich heuer nicht "wie immer" feiern. da wandelt sich gerade etwas in mir und ich packte die gelegenheit beim schopf etwas anders zu machen. es war ein erinnerungswürdiger tag, an den ich noch viele jahre denken kann.  

sonnenfinsternis 

die zeit der spontanen hochzeiten - es waren unglaubliche 3!

der ursprung neuer ideen 

 

 

 

das neue feuerpferdchen bringt uns in den urlaub. 

wir füllen eine minimal ausgestattete wohnung mit unserem mitgebrachten und packen unser urlaubsleben hinein - auch ein bisschen chaos. jede ecke ist gefüllt mit unseren habseligkeiten, mit dingen die wir hier brauchen oder wollen. 

 

 

wir gehen zum strand und sehen dass es schon so spät ist für die ablösung des salvataggio. unsere zeit läuft anders als die der italiener, die hier kurz ihr cornetto frühstücken und in aller herrgottsfrühe zum strand aufbrechen.


die terrassen der anderen - sauber und aufgeräumt hinterlassen, so dass sie bei ihrer rückkehr neu beginnen können. bei uns liegt immer etwas herum. und ich mache gerne da weiter, wo ich aufgehört hatte, bevor wir gegangen sind. 
 


 
blumenförmige mosaike aus stein in den sand legen und von den wellen fortspülen lassen.

sand sammelt sich in den gelesenen seiten unserer bücher, er haftet an unseren schuhen und schmirgelt beharrlich den nagellack von den nägeln. 
 
 


die 3 alten italienischen, braun gebrannten männer, die immer auf derselben bank am rande der strandpromenade sitzen, laute musik hören und die tauben füttern.
kleine pritschenwagen, die umherfahren und obst oder mozzarella von ihrer ladefläche herunter verkaufen und mit ellenlangen wortschlangen durchs megafon auf sich aufmerksam machen.
der coco bello mann vom strand und die frau, die zöpfchen flechtet. 
 
 


 
 
 
 
 
wir tauschen den sand an den schuhen gegen die kleinen steinchen auf unserem hofpflaster. schütteln ihn aus jeder tasche heraus und mit jedem körnchen kommt das grinsen und der rückblick auf die schönen tage im urlaub.

 

du musst den sommer auch nicht jeden tag zum sommer deines lebens machen. 

ich verlasse den sommer ohne reue, 

ohne das gefühl etwas verpasst zu haben. 

ich bin froh dabei gewesen zu sein 





 

 

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