Donnerstag, 24. März 2022

schömberger stausee - urlaubsfeeling vor der haustüre



sonntags suchen wir uns die unterschiedlichsten ziele für unseren familienausflug aus. manchmal direkt vor der haustüre, manchmal nehmen wir eine autofahrt in kauf.

letzten sonntag sollte es der stausee in schömberg sein. wir erwischten einen guten zeitpunkt und konnten auf dem kleinen parkplatz am kiosk direkt an der staumauer parken. von dort aus sind wir einmal um den stausee gelaufen. unser rucksack war voll mit verpflegung, so ließen wir den duft von pommes und burgern vom kiosk und das eis am bootsverleih ein stückchen weiter erstmal unbeachtet. der blick auf den see gerichtet und die kleinen entdeckungen im umfeld der uferpromenade lassen die erste hälfte bis zum unteren ende des sees wie im fluge vergehen.

an verschiedenen stellen entdecken wir frische biberspuren an den bäumen. ein besonders imposantes stück rinde wollen die kinder mitnehmen und in der schule ihren mitschülern zeigen. die ersten blühenden blumen zeigen sich im noch grauen gras.

am umkehrpunkt befindet sich die gaststätte "olmühle" mit spezialitätenverkauf von ölen, produkte aus der käserei "drei käse hoch" und einiges mehr. zufällig stand dort gerade ein süßwarenstand. wir suchten uns ein nettes plätzchen zum vespern. 


 

frisch gestärkt gingen wir auf der anderen uferseite wieder zurück zur staumauer. die ersten bootsfahrer erobern den see. gegenüber hören wir fröhliches treiben im miniaturdorf. ein abstecher dahin soll der krönende abschluss unseres jetzt schon herrlichen ausflugs werden. 


dort oben schlendern wir zunächst durch die miniaturhäuser, vorbei an den jahrmarktattraktionen und giecksenden kindern. als wir die "schwäbsche eisenbahn" entdecken, kramen wir noch ein paar bekannte zeilen hervor. trulla-trulla-trulla-la......

 

dann kommt für unsere mädels die wahre attraktion: der streichelzoo. 

 

 

 

hier verweilen wir bis alle ponies und esel innigst gestreichelt und mit futter aus dem automaten gefüttert worden sind. der strauß beschenkt uns mit ein paar federn seines kleides. eine weitere trophäe für die anschauliche erzählung morgen in der schule. ich sitze in der sonne und kann das treiben um mich herum genießen, während meine gedanken abschweifen. 

 

 

nun erinnern wir uns an die eiskarte am bootsverleih. dort holen wir uns ein wirklich leckeres bauernhofeis und wiedermal haben wir glück und können es direkt am ufer auf genügend freien sitzplätzen nebeneinander schlotzen. wir sind glücklich und zufrieden, etwas müde kommen wir am parkplatz an. 

welch ein glückstreffer wir hier gelandet haben. es ist die perfekte mischung aus natur und gleichzeitig der annehmlichkeiten der zivilisation. egal ob autark oder mit unterstützung der gebotetenen verpflegung und bespaßung. man entscheidet selbst in welche richtung es geht. durch diverse parkplätze rund um den see kann man dem trubel fernbleiben oder ihn suchen. 

der see lässt sich auch gut von schömberg erreichen, etwas erhöht liegt ein campingplatz, wo man zu recht etwas länger in der gegend bleiben kann. 

wir kommen gerne wieder. adele!


Sonntag, 16. Januar 2022

sometimes all you need is a good cake

 

 

vor fast genau 3 jahren habe ich dieses rezept schon einmal vorgestellt.schaut mal hier...

 

französischer apfelkuchen und schwäbisches savoir-vivre 

 

es ist mein lieblingsrezept, das langweiligen rührkuchen elegant aufpeppt. diesmal hab ich es wieder etwas angepasst an meine verfügbaren zutaten. nach der weihnachtszeit blieb noch jede menge puderzucker von den schokomandeln übrig. der ist veredelt mit feiner schokolade und spuren von zimt - viel zu schade zum entsorgen. auf der suche nach einem geeigneten rezept, fiel mir sofort der französische apfelkuchen ein. den rührteig habe ich wie im rezept beschrieben hergestellt, die äpfel allerdings weggelassen.

 

 

 wir genießen ihn, denn jeder bissen hält seine eigene überraschung bereit. der leichte zimtige geschmack erinnert noch ein wenig an weihnachten. kleine nussstücke erzeugen einen besonderen biss. der schokoladenanteil ist perfekt.

haargenau so werde ich ihn erst wieder in der nächsten weihnachtszeit backen können.


sonntags....auf dem hohenurach

wenn wir sonntags im auto sitzen und losfahren spüre ich, wie sich meine angespannten rückenmuskeln entkrampfen, wie ich fest und ausgeglichen sitzen kann und meine vorfreude auf unsere neuen abenteuer steigt.  
 
heute waren wir auf der suche nach einer höhle. 
die taschen voller nützlicher utensilien, wie maßband, walkie-talkie, klemmbrett und schreibzeug und stirnlampen machen wir uns nach kurzer anfahrt auf den weg. schon nach kurzer zeit mündet unser weg in den wald. es sieht nach einer theaterkulisse aus. die sonne bringt mit ihren strahlen die vertrockneten buchenblätter zum leuchten. am boden liegen glitzernd gefrorene ahornblätter. an vielen stellen blitzt saftig grünes moos hervor. 
im kampf um jeden einzelnen schritt - ja jetzt schon - fallen den kindern witzige szenen und bilder ein, als ob wir tatsächlich im theater wären.
so entdecken wir zuckerwattebäume.
die kleinen schneeinseln, die die sonne im schatten der bäume nicht erreicht hat, werden zum käfer-skigebiet. ganz oben auf dem berg entdecken wir sogar einen gletscher! 
 
 
 
wie weit ist es noch? 
 
vereinzelt reißen mich die kinder aus meinen träumereien. neben dem eigentlichen weg liegt das abenteuer, da kann man auch darüber hinwegkommen, dass man keine lust und keine kraft und keine motivation mehr hat. jeder läuft in seinem eigenen tempo. 
warum sind wir nochmal hierhergekommen? naja, ursprünglich wollten wir eine höhle erkunden.



und dann finden wir zuerst die burgruine hohenurach. raum für raum erkunden wir auf dem weg nach ganz oben ins herz des ehemaligen gefängnisses. ein hoch auf die stirnlampen und die abenteuerlust, die sofort wieder da ist. hunger und durst - bisher ganz triftige gründe für das unmögliche vorankommen - sind vergessen.




 
 
bei nur noch zaghaftem sonnenschein vertilgen wir ratzeputz unser vesper und machen uns auf die suche nach unserem ausgemachten ziel: die spaltenhöhle. der pfad dahin zweigt ganz unscheinbar und kaum erkennbar vom abstieg ab. schmal und steil geht es parallel zur außenmauer des hohenurach richtung höhle. darin erfahren wir völlige dunkelheit. nachdem wir mithilfe der strinlampen vorsichtig hineingegangen sind, schalten wir sie aus und lauschen. 

absolut nichts. 

kein licht, kein schatten, kein geräusch. für manch einen unter uns friedlich. macht aber auch angst, so völlig orientierungslos können das nicht alle unter uns lange aushalten. zurück am eingang müssen noch das forscher-equipment angewendet werden und beweisfotos gemacht werden. nun sind wir fertig für den rückweg.

zurück im autositz überfällt mich wohlige müdigkeit. das abenteuer ist abgeschlossen. leicht durchgefroren freuen wir uns alle vier auf etwas neues. 

auf wohlige wärme aus dem ofen

auf einen warmen kaffee

auf die wohlverdienten fernsehminuten

 



 

Samstag, 1. Januar 2022

rückblick 2021

 es kann nur noch besser werden   ....  waren meine letzten worte im rückblick 2020

2020 war immer noch anstrengend für mich

in etappen wurde man vertröstet auf bessere zeiten, auf bessere umstände. das große "c" schwebt über allem. man wächst hinein, langsam. teilweise freiwillig, oft auch unfreiwillig. die phasen voller optimismus und zuversicht werden gefühlt immer kürzer und sind immer schneller gefolgt von phasen des überdrusses. wie lange schon denke ich: nur noch kurz die misere aushalten dann wird es bessser. zähne zusammenbeißen und zusammenreißen. für die kinder. für uns alle hier.

es wird immer mehr. 

noch eine woche aushalten, 

noch zwei wochen muss die kraft reichen. 

nur noch ein monat. 

der frühling wird besserung bringen, 

der sommer bestimmt! 

um dann festzustellen, dass dann doch keine entlastung eintritt. ich fühlte mich abgehängt, kam nicht hinterher alles zu verschaffen. egal wie gut ich mir meinen plan zurechtgelegt habe, er wurde oft ganz kurzfristig umgeworfen und ein neuer plan musste her. ich fühlte den zwang etwas aufholen zu müssen, das was ich scheinbar verpasst habe (oder meine kinder in der schule). die kleinen lichtblicke im ausgleichen, weich machen, fallen mir nur noch selten auf. ich bin dünnhäutig, fahre schnell aus der haut. ich hasse es nur noch reagiern zu können. was wir morgens ausgemacht haben kann schon am mittag hinfällig sein. das ständige pläne schmieden. termine und arbeit unter einen hut kriegen. und bloß nicht die zeit für hausaufgaben oder langeweile und die phantasiewelt vernachlässigen. arzttermine wochen oder monate voraus vereinbaren und den stundenplan mit berücksichtigen. dann feststellen, dass auch der stundenplan nicht bindend ist. wieder umplanen.

 

jeder nachteil lässt sich zu einem vorteil umwandeln

meine innere unruhe ist dann begleitet vom drang mich zu sortieren, auszumisten, eine essenz zu finden. es fällt mir schwer, die nötige gelassenheit zu haben. dann falle ich zurück in das verbissene und verkrampfte. dabei - aus der ferne betrachtet - ist mir bei so viel unklarheit so vieles klarer geworden. ich habe mir meine klitzekleine welt schön gestaltet, freue mich an unserem schönen zuhause und den menschen, die uns hier (und dem wenigen darüber hinaus, das corona uns noch zugesteht) geblieben sind. kleine fluchten sind umso wertvoller und wertgeschätzter geworden. das strandkorb-konzert von philipp poisel zum beispiel ließ mich viele wochen unbeschwerter ertragen.

 

wie weit komme ich im hier und jetzt? 

unsere vielen ausflüge in die natur sind mir so wertvoll geworden. sie zwingen mich zum loslassen, zum einfach so sein. ohne erwartungen. schauen, was wir erleben. ohne die gedanken an die wäscheberge, den einkauf, die hausaufgaben der kinder, irgendwelche termine, die wir einhalten müssen. zulassen, dass ich nicht alles im griff haben muss. das lachen kommt ganz ungezwungen aus mir heraus und fühlt sich wieder herrlich leicht an. und ich übertrage das in unseren alltag. leben im jetzt. in dieser situation. ohne an die nächste aufgabe zu denken. im urlaub genieße ich das in den tag hineinleben. ohne weitreichende pläne, die wieder zerstört werden können.


die schönsten weihnachtsgeschenke sind manchmal nicht in papier verpackt, sondern in worte.

worte und menschen sind mir wichtiger geworden. lockere kontakte haben sich als große inspiration herausgestellt und tragen mich über weite strecken durch den bereichernden austausch mit ihnen. auch fremde menschen sind dabei, die ich auf instagram für mich entdeckt habe. oft sind es ihre kleinen aber feinen formulierungen, die meinen nerv treffen und durch die ich mich verstanden fühle. sie schaffen es dinge zu formulieren, die mir noch vage im kopf herumgeistern und peng: da ist genau das gesagt, was ich selbst noch nicht klar ausdrücken kann. dann ist es okay mir einzugestehen, dass ich für einen kurzen augenblick keine kraft mehr habe. 


die kanzlerin ist jetzt ein mann

 

noch nie war ich so aufmerksam, was die politik oder das aktuelle zeitgeschehen anging. mein wortschatz ist innerhalb kurzer zeit zwangsweise angereichert mit wissenschaftlichen und medizinischen begriffen. die kinder sind vollprofis im coronatest-business und können schon fachsimpeln über die verschieden testarten und sogar die hersteller... wir gehen mit abkürzungen aus diesen bereichen mittlerweile ganz selbstverständlich um und es scheint kein tag zu vergehen, an dem man dem begriff "PCR-test", "STIKO" oder "RKI" entrinnen kann. die tagesaktuellen inzidenzzahlen flutschen genau so selbstverständlich über das handydisplay wie die wetterprognose. 


 

leise weht ein blatt vom baum und nichts ist mehr so wie es einmal war

 

persönliche schicksale hielt das leben für uns bereit. krankheiten beutelten jung und alt und wir fühlten schmerzlich mit. mensch und tier haben uns verlassen und hinterließen eine lücke, aber holten bei mir auch viele wertvolle erinnerungen an gemeinsam verbrachte zeiten hervor. trauer, abschied, schmerz und krankheit jedoch bekräftigen meinen blick auf das hier und jetzt. sie lassen mich das vergangene und das zukünftige wertschätzen. sie zeigen mir, dass wir aufeinander aufpassen müssen, dass wir nichts verpassen dürfen - seien es 

ein danke oder 

ein gemeinsam verbrachter moment oder 

ein anregendes gespräch, 

gemeinsames lachen oder auch 

gemeinsam geweinte tränen.

 

 


unser ganz persönliches jahr in bildern



 
blumen - im garten oder in der freien natur ein happy place für mich
 
 
 
 
 urlaub und ausflüge waren schon lange nicht mehr so erholsam für mich
 
 
 
ein highlight in diesem jahr war die unterstützung bei der apfelernte unserer nachbarn. 
vom äpfel auflesen und verladen bis zur abgabe in der mosterei haben wir alles mitgemacht. zur belohnung durften wir uns apfelsaft beim getränkehändler holen. ob wir unsere eingesammelten äpfel herausschmecken?  ... auf jeden fall schmeckt das apfelmus aus den äpfeln phänomenal. 
 
 
 
meine ziele für 2022 sind nicht hoch gesetzt. 
ich möchte einfach nur im jeweiligen moment sein.
 
 
frohes, glückliches und gesundes neues jahr!

Freitag, 27. August 2021

erinnerungsfabrik urlaub - ich sammle für die trüben, dunklen tage

 

es brennen sich kleine vierecke voller erinnerungen ein. 

 


 

...in diesen speziellen tagen im jahr, die komplett entschleunigt sind. die nicht durchgetaktet sind. und in denen - wenn es gut läuft - alle auf ihre kosten kommen. 

die erinnerungen und querverbindungen zu bereits erlebtem werden neu vernetzt. es spinnen sich feine fäden zu schnüren und weiter zu netzen. das gemeinsam erlebte verbindet uns und doch ist es erstaunlich, wie unterschiedlich uns die reize ansprechen. und wie weit teilweise unsere kinder schon in vergangenen erinnerungen leben und sie im passenden moment aus ihrem erinnerungs-archiv wieder abrufen können. 



 

gerüche, geschmäcker und gedanken, die fest mit dem ersehnten urlaub verbunden sind. 

der feine geruch dieser nach minze duftenden pflanze, die sich im borstigen gras versteckt. wohl dosiert verströmt sie einen schwall ihrer typischen duftnote. 

die geschmäcker des kaffees, der milch und der butter sind hier anders als zuhause. die einfachsten gerichte schmecken raffiniert und vollkommen. 

 

da ist das bild des wassers, das über die feinen steine am strand schwappt, wenn die wellen brechen und die sonne durch die wirbelungen hindurch ihre lichtspiele veranstaltet. ich könnte stundenlang zusehen und mich an diesem endlosen spiel erfreuen, das nur die dunkelheit beenden kann. oder die kinder meine aufmerksamkeit einfordern. 

 

die schatten der bäume und sträucher, die an den hauswänden tanzen. 

 

das atemlose glück, wenn die kinder aus dem wasser auftauchen. die haare über der taucherbrille klebend, was aber nicht weiter stört, denn schwups sind sie wieder untergetaucht und versuchen sich im nächsten purzelbaum unter wasser oder im handstand à la schiefer turm von pisa. 

 

 

 

 

die farben des sonnenuntergangs 

 

das zirpen der zikaden 

 

den klebrigen mund nach dem eisessen 

 

das was ich hörte und wohl denke, nicht gehört zu haben 

 

den geruch der zitronellakerze auf dem tisch 

 

den klang der italienischen sprache mit all den wundervoll klingenden worten. 

 

das herabsinken der angespannt hochgezogenen schultern bemerken und bewusst spüren. 

 

 

 

 

am morgen schon gleich zu spüren, dass es ein heisser tag werden wird. und sich im selben moment an dem gedanken an abkühlung im see oder pool erfreuen. 

 

das in den tag hinein leben ohne großartig zu planen. 

 

das vor sich hin dösen, schwelgen in seinen gedanken, lesen bis mitten im satz das nächste mama, ....? ertönt. und dann sich einzugestehen, dass dieses buch hier nicht die richtige lektüre ist. und es wegzulegen mit großer vorfreude auf den richtigen zeitpunkt, der da noch kommen wird.