und ich muss sagen, es gelingt mir richtig gut!
beim verstauen der weihnachtsdeko gleich mal aussortiert, reicht für mehrere tage.
das glas, das ich seit monaten im keller von links nach rechts schiebe und noch für dies und jenes gebrauchen wollte - weg damit!
zugehörigkeit zu menschen, die einem nicht gut tun.
kontakte aus dem telefonbuch löschen.
diese eine tasse, dieser teller, der so schön ist, aber noch nie in gebrauch genommen wurde, weil doch immer etwas dagegen spricht.
ich lasse - weg, los, zu. finde leichtigkeit.
was ich noch üben muss:
ängste loslassen und dahinter meinen mut finden.
ohne stress
ganz im augenblick
erst musst du mal stehen bleiben,
damit du weißt in welche richtung du gehen sollst
mein haushalt ist immer noch nicht picobello. aber ich hab da was viel schöneres geschafft.
es ist nicht hart, es ist nur neu
auf der suche nach einem job betrete ich für mich neue wege und erhalte neue perspektiven auf das schulleben. der anfang war schwer, das viele neue ließ mich zweifeln an meiner entscheidung. mit eigenen augen und gefühlen durchlebe ich nun, was meine mädels jeden tag in ihrer schule erleben. mein verständnis für sie wächst und wächst.
ich entdecke kleine rituale aus der grundschulzeit meiner mädels, wie z.b. die handschriftliche nachricht mit einer kleinen erinnerung an die besonderheit des tages. ich sehe nun wie viele glücksbringer und kuscheltiere die kinder hinter die klassenzimmertüren begleiten und sie stützen. wie sie aber auch raum geben für streitigkeiten und neider. ich erlebe wie anstrengend schule ist. obwohl ich mit dem resultat dieser anstrengung bei meinen mädels immer noch regelmäßig mit dem durchschreiten unserer haustüre sofort konfrontiert werde, sehe ich jetzt hautnah, wie sich das für eine ganze klasse anfühlt. in streitigkeiten, verweigerung, erschöpfung, körperlichem leiden, verknitterten gesichtern, lautstärke oder sprachlosigkeit. ich spüre, wie schwer es ist überhaupt anzufangen und wie sehr vorgegebene und angeordnete vorgaben schon ausbremsen. wie viel ermunterung und zuspruch es benötigt und wie kleine erfolgserlebnisse boostern. ich sehe wie die unterschiedlichsten inhalte aus den vesperdosen durchs klassenzimmer wandern - oder böse blicke, oder schrille schreie zum druckausgleich.
es ist unfair, dass kinder zuhause aufarbeiten müssen, was sie nicht verstanden haben. es ist unfair, dass es auf kosten der eltern-kind-beziehung geht. und noch unfairer, dass nicht jedes kind jemanden zuhause hat, der sich mit ihm hinsetzt zum lernen. es ist unfair, dass aufmerksamkeitsmagnete den blick von leisen kindern weglenken. aber wer kann für fairness sorgen? es ist unfair, dass der laute rabauke in die querulanten schublade geschoben wird, weil er nicht in der - nur für ihn - richtigen art und weise abgeholt wird. da sitzen noch mehr in der klasse, die ihrer eigene art und weise bedürfen. so viel augenhöhe kann aus einem einzigen lehrer gleichzeitig gar nicht herauskommen. und wenn man in dieselbe richtung schaut, wie die schüler und ihnen nicht frontal gegenüber gestellt ist, so höre ich ihre hilferufe. ich höre ihren wunsch nach gesehen werden. ihre sehnsucht nach einem lehrer, der sich kümmern kann und sieht was es braucht zum lernen. überstülpter wissensdrang - mit lauter und lachender überforderung, mit gewalt und mit schimpfwörtern.
ich habe gelernt, dass es einen unterschied gibt zwischen dem was man sieht und dem was man nicht sieht. dass das nicht gesagte meist wichtiger ist als das gesagte.
die schulwochen werden zu wettkämpfen. wir hangeln uns von ferien zu ferien,
sind aus dem rhythmus geraten. wir können geschichten erzählen von
überforderung, unmut, erschöpfung und verzweiflung, von
neuorientierung,
miteinander klarkommen, einschätzen vieler neuer lehrer, beschnuppern neuer räumlichkeiten, sich aneinander gewöhnen….stellung
beziehen, neue freunde finden, oder abstand zu halten und all das neben
dem eigentlichen lernen. eine meisterleistung!
kinder wollen nicht im mittelpunkt stehen, sondern stehen im wettbewerb um anerkennung und zugehörigkeit. wollen eine position erreichen, festigen oder verteidigen. egal ob im mittelfeld, bei den anführern oder als schlusslicht, sie tragen kämpfe aus: offen oder still im innern, unsichtbar und unausgesprochen. da gilt es zu begleiten, zu moderieren und auszuhalten. im schlimmsten fall seine grenzen zu setzen mit abstand und dem wissen, wann man sich aus den kämpfen herauszunehmen hat.
mitten unter ihnen merke ich, wie viel einfach nur dasein bewirken kann. in ihren reihen wird so wenig von mir erwartet und doch erzielt so wenig so viel größeres. ein kleines lächeln, ein munteres zunicken, ein aufmunterndes augenzwinkern, ein halte-durch-drückerle, wertschätzende aufmerksamkeit. ich bin froh, so eine wertvolle arbeit gefunden zu haben.
wir haben viel gemacht, aber auch viel nichts gemacht.
sind gewandert bis uns die fußsohlen wehgetan haben. wir sind ganz viele schritte gegangen,
abertausende nach vorne,
manche im kreis,
ein paar auch zurück.
viele schritte sind für mich viele worte, bisher waren unsere ausflüge voller worte, die mir zuflogen. erkenntnisse, gedanken, schöne formulierungen, die mir im gehen begegneten. viele dieser worte konnte ich zusammenfügen zu texten, instagram-posts. dieses jahr waren sie aber so persönlich, dass ich sie meist nicht veröffentlicht habe oder sie ihrer brisanz wegen verworfen habe. stotterige texte und kurze fragmente konnte ich nicht verständlich aneinanderreihen.
ich war den worten nicht mächtig. nicht mal mehr lesen habe ich geschafft. hatte ich bisher viele bücher verschlungen, so setzte mitte des jahres eine krasse flaute ein. ich konnte die worte nicht mehr bewältigen. es waren deren zu viele oder zu wenige, zu gewaltig oder zu profan - ich bin noch nicht dahinter gekommen.
die weite des himmels zog mich besonders an. viele himmelsbilder habe ich gesammelt. hab noch nie so viele sonnenaufgänge erlebt. bin aber auch noch nie durch so viele sonnenaufgänge geeilt. schönheit per express. aufsaugen - ich muss weiter.
ich hänge in den jahreszeiten hinterher. der frühling kann nicht schnell genug kommen, der sommer ist zu uneindeutig - dabei ist er wettermäßig ein durchschnittlicher sommer gewesen.
ein ereignis beim unterwegs sein,
ein besonderer ort,
liebe mitwanderer.
eine lustige truppe
und ganz viele bäume
im arboretum in grafenberg kamen wir alle aus dem wundern und beeindruckt sein nicht raus. egal ob zapfensammler, baumumarmer, grössenbestauner, rinden- und blattstreichler, kienspansucher, baumartenkenner, baumartenrater oder geräuschekünstlerin.
eins ist klar: im herbst gibts hier ein wiedersehen.
kuhkleckse auf saftig grünen weiden
löwenzahnmeere, fohlen toben ausgelassen auf der wiese, die störche sind wieder auf den strommastnestern eingezogen, die alpen zeigen sich als letzte ebene in den landschaftsschichten in der ferne. die sonne leuchtet alles gutmütig aus und es entstehen kitschige postkartenmotive in einem fort. wenn es sich nicht vor meinen augen abspielte, würde ich denken es sei nur künstlich zusammengefügt.
wir fahren viel durch ländliche gegenden, fern von den breiten autobahnen. hautnah vorbei an stattlichen gehöften, niedlichen häusern mit blühendem bäumchen in den vorgärten. der genfer see glitzert mit den schneefeldern auf den bergen um die wette.
heute:
grau in grau, mal ist die landschaft von jetzt auf gleich im nebel verschwunden und kurz darauf öffnet sich der blick auf unsere hausberge. in jedes grau lässt sich ein wenig buntes leben dazwischenschieben - oder einfach ein gemütliches.
wie es ist, sich nicht mitreißen zu lassen von der geschwindigkeit, die normalerweise daheim den fluss der zeit vorantreibt.
in unsere tage passten vom abend her betrachtet unendlich viele dinge hinein. und doch war in der dämmerung so viel übrig, was man heute unbedingt noch tun müsste und den lieben langen tag verpasst hatte und uns erst jetzt am abend in den sinn gekommen war.
am nächsten tag ließen wir uns treiben und reihten weiter erlebnisse wie an einer schnur aneinander, die abends immer noch so viel platz zum aufreihen hatte.
das gefühl vom entgleiten der dinge. dass man selbst nicht ausschließlich einfluss auf die entwicklung der dinge nehmen kann.
definiere dich nicht durch das was du verloren hast,
sondern durch das was dir geblieben ist.
neue starke gefühle müssen wir zulassen und bewältigen - mal wieder jeder auf seine ureigenste art und weise. es passt nicht in genügend worte das leben von über 70 jahren abzuwickeln. mal laut, mal leise, jeder von uns in seiner eigenen zeit, stärke und geschwindigkeit.
nicht vergessen - sondern allzeit präsent: beim melone raussuchen, bei der gartenarbeit weitergegebenes wissen anwenden, oft wehmütig erinnernd und plötzlich voller wucht in trauer. auf der suche nach den hinterlassenen spuren und geheimen zeichen. umgeben.decorating time
das bild von der dekorierten zeit habe ich sehr gerne zu mir genommen. es beschreibt die glücklichen auszeiten, die konzerte mit meinem liebsten losgelöst und teilweise geflüchtet aus dem zehrenden alltag. ich mag diese art von quality time sehr.
zwischenzeitlich hatte ich meine farbe verloren. ausgelaugt, nicht mehr am leuchten, weil ich nicht auffallen wollte, im hintergrund stehen wollte zum beobachten. damit ich unverfälschtes verhalten sehen kann, emotionen und gefühle lesen kann.
weil ich mich neu positionieren musste.
weil ich kein statement mehr hatte zum transportieren.
weil mir der modekontext gefehlt hatte und ich darin selbst mit meiner farbe unter den anderen bunten menschen nicht besonders auffiel.
weil mir der elan gefehlt hatte, meine farben abzustimmen.
weil ich zeitweise daraus herausgewachsen war.
weil es mir nicht mehr wichtig war, wie ich aussehe.
jede nuance zwischen laut und leise,
langeweile und action,
zwischen ich bin gerne hier und ich muss mal raus hier.
zwischen genug und zu viel.
zuhause
so viele nuancen, aber immer mit ganz viel herz
an jedem einzelnen tag!
wir sind gewachsen, alle miteinander und jeder für sich. jeder hatte seine baustellen und hat diese mit den vorhandenen ressourcen bearbeitet. es gab zeiten der verzweiflung, der rückschritte, work in progress...
meine eigene kreativität kam dieses jahr gefühlt zu kurz. im rückblick ist aber doch viel schönes zusammen gekommen. im frühjahr eine umgesetzte foto-idee, die ich dieses jahr in seiner ursprünglichen weise umsetzen möchte.
der kalender und kleine malversuche mit acrylfarben.
und zum jahresende mein digitaler adventskalender.
das fazit: einfach mal machen. die zufriedenheit stellt sich dann schon ein.
für das kommende jahr wünsche ich mir nicht zu viel und nicht zu wenig. bitte mehr mittelmaß. ich wünche mir mehr gelassenheit, meinen alten weitblick.
in welche richtung darf ich schauen?
walking into 2026
with gratitude for what stayed, lessons from what changed and hope for everything ahead
ich schaue mit nach vorne, bin kein gegenüber, sondern ein miteinander. mein rucksack ist gepackt.

























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