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Freitag, 1. September 2023

urlaub - erst erleben dann erzählen

urlaub

 

 

 

ein so mächtiges wort - es birgt große wünsche und ist voller hoffnungen auf freiheit, ungebundenheit, zwanglosigkeit und erholung vom alltag.mittlerweile nimmt man sich dinge konkret vor für den urlaub. die kollegen wünschen am letzten arbeitstag „schönen urlaub!“ und fragen nach, welche pläne man gemacht hat.

 

 

]kein handy / digital detox. 

einzige ausnahme:zum notieren flüchtiger gedanken oder wiederkehrender . die bilder darin erzeugen nur noch mehr druck, die ferien so erholsam und effektiv im gegensätzlichen zu verbringen. fotos von den tollsten sehenswürdigkeiten, schon tausendmal gesehen diese postkartenmotive und doch jede einzelne knipserei ein nadelstich. originelle ausschnitte-raffiniert getroffen, künstlerisch. dass das nur ausschnitte ohne ton sind vergisst man dabei. eine blubberblase die spiegelt, was man im urlaub alles erleben kann.

 

 

] freiheit

tun und lassen was man will. in den tag hinein. faul sein. an nichts vorbeilaufen und denken: „das muss noch getan werden“. kurze wege. keine zwänge. nur wollen. nicht müssen. trifft halt nur zu hundert prozent auf einen individualreisenden zu. im verbund, gilt es ja auf alle rücksicht zu nehmen und alle bedürfnisse unter einen hut zu bringen. dass das nicht in alle richtungen einvernehmlich funktioniert ist klar. da wischen die monumentalen oder künstlerisch wertvollsten motive die drückende stimmung einfach hinfort und täuschen friede-freude-eierkuchen vor. der blickwinkel ist nämlich nur ein einzelner und vielleicht auch ein verzweifelter versuch sich das erlebnis schönzureden und darüber hinwegzusehen, dass es eigentlich keinen spaß macht. 

 

 

]erholung vom alltag

durch was? durch verzicht? fehlende reize. keine termine und verpflichtungen. nicht abgelenkt sein von den pflichten. in genau diesen paar tagen alles wieder reinzuholen, was das hamsterrad einem an energie klaut? wie lächerlich. dennoch freue ich mich immer auf die urlaubszeit. das kribbeln im bauch schon wochen vorher, die vorfreude auf die ersehnte auszeit, das süße nichtstun. das trägt mich länger als die kurze phase des hl. urlaubs. diese gefühle und die fotos, die ich geschossen habe. 

 

 

 

]ruhe

soweit möglich und nötig. den kopf leerpusten und nichts mehr drinnen lassen. damit wieder neues reinkann. 

 

 

 

]bewusstsein schaffen / inspiration sammeln

wie geht es weiter? was kommt danach? wo geht es hin? pläne schmieden, wo gerade das doch gefälligst unterlassen werden soll. man soll sich doch ungezwungen fühlen, frei von den dingen, die zuhause auf einen warten. diese ausgebremste zeit lässt mich aber ganz gut meine wünsche erkennen, meine ziele formulieren und den weg zu finden, den ich nach dem urlaub weitergehen möchte. bin nicht abgelenkt von meinen verpflichtungen und aufgaben, die meinen tag füllen. hier kann ich verschnaufen und meine gehirnkapazität für solche gedanken großzügig verplempern. 

 

 

 

]zeit nehmen / zeit haben / zeit verplempern / zeitlos sein

zeit. der schlüssel zu meinem persönlichen glück. oft ist die türe verschlossen, weil ich den schlüssel dazu verloren habe. sich mal wieder um sich selbst kümmern oder sich kontrolliert verkümmern lassen. welchen wochentag haben wir heute? welches datum? egal - hier ist es nicht wichtig. einzig und allein hunger und durst, müdigkeit, lust auf abkühlung oder zerstreuung regeln hier den tagesablauf.






jeder urlaub hat ein ende, aber die erinnerung daran ist unvergänglich.






 

Sonntag, 28. März 2021

kleine fluchten - wilhelma light

 es ist sonntag. 

ein beliebiger sonntag anfang 2021. wir machen einen familienausflug, wie jeden sonntag.

doch heute, das ist etwas besonders. 

wir fahren die weinsteige richtung stuttgart hinunter und unsere große stellt fasziniert parallelen zu unseren fahrten in den urlaub her. die kurvige straße, die hänge und abgründe erinnern an einen der bergpässe, die wir in richtung italien überqueren. die sonne scheint und unsere vorfreude ist riesig. eindlich wieder ein besonderes erlebnis. 

 

der zauber eines zoos liegt darin, dass er uns die ganze welt zeigt - an einem tag

oliver w. schwarzmann 

 


wir machen einen ausflug in die wilhelma. seit langen wochen kann man nichts mehr machen, alles ist geschlossen. vergnügungsparks, ausstellungen, museen, zoos...da war die zeitweise öffnung der wilhelma ein lichtblick, eine willkommene abwechslung und ein hauch von altbekannter normalität.

die eintrittskarten musste man eine woche vorher online lösen. dafür bekommt man einen zeitrahmen für den eintritt. es ist so angenehm, weil alles so unproblematisch schon vorher organisiert ist. am eingang wird nur der qr-code gescannt, das parkticket ist auch schon im voraus bezahlt. keine schlange an den kassen oder parkautomaten. 

der einzige nachteil: das geht nicht spontan. man muss vorausplanen. ein bisschen so, wie bei einem urlaub. dafür konnten wir uns eine woche lang darauf freuen. (aber auch bangen, dass die wilhelma auch wirklich am sonntag noch geöffnet sein wird)


die wilhelma war angenehm gefüllt. alle waren ausgelassen wegen der neuen freiheit. schon vor dem mittagessen sehen wir jede menge kinder mit einem eis in der hand. popcorntüten. diese ratscheräder gefüllt mit zuckerperlen. große zuckerlollies in klebrigen kinderhänden. es scheint, als ob die eltern und großeltern heute besonders großzügig ein auge zudrücken und alle wünsche von den augen ablesen. 

ach ja, und dann sind ja da auch noch die vielen tiere. zwar darf man nicht in die häuser hinein, aber die sonne scheint und es ist eine freude sie in dieser altbekannten umgebung zu genießen. es gibt genug zu sehen.




 
 
das gedränge vor den gehegen ist quasi nicht vorhanden. die meisten besucher sammeln sich bei der audienz des löwen. nachdem wir am leeren aussengehege vorbeigehen und schon enttäuscht sind, weil auch in den darauffolgenden gehegen keine raubkatzen zu sehen sind, hören wir das mächtige brüllen des löwen. aus dem umfeld ströhmen einige neugierige gäste heran. und tatsächlich: da throhnt der könig der tiere, so als ob er kurz vor feierabend noch seine starallüren befriedigt haben wollte. oder ist das für ihn wie ein bisschen fernsehen vor dem schlafen gehen? fast scheint es mir so.




 
 
die magnolien um die seerosenteiche sind schon zaghaft geöffnet. sie leuchten hell in der sonne, als wir vor dieser wunderschönen kulisse unser vesper auspacken. 







 
einer der schönsten momente erlebe ich, als die flamingos aufgeregt von einem ende des geheges zum anderen flattern. dabei breiten sie ihre flügel aus und man kann das herrliche gefieder in seiner vollen pracht bewundern. vor lauter staunen schaffe ich es nicht rechtzeitig die kamera zu zücken. aber man kann noch den satten roten streifen an der seite erkennen.

 


k
 
 
diese palmen sind das einzige, was wir aus dem inneren eines hauses erhaschen können. alle innenräume sind für die besucher gesperrt. diese tür ist zum lüften geöffnet. der zugang war eindeutig gesperrt, aber die kamera kann diese hürde überwinden.

 


heute haben wir nicht nur einen ausflug gemacht. wir waren auf der ganzen welt zu gast und haben überall ein wenig reingeschnuppert.

Dienstag, 27. Juni 2017

ein besuch im außergewöhnlichen serengetipark - warum wir danach wie berauscht wieder zu hause angekommen sind

das schönste geschenk ist gemeinsame zeit. 
denn keiner weiß, wieviel uns davon bleibt.

unsere reise geht in den norden deutschlands. zum geburtstag meiner schwiegereltern schenkten wir ihnen eine reise in den serengetipark in hodenhagen.


wir nahmen uns 4 tage zeit und übernachteten dort in den masai mara lodges. 
jede familie bewohnte eine lodge, die nur durch einen wassergraben getrennt ist von den tierarealen.


am ersten tag kamen wir um drei uhr im park an. nach dem check-in machten wir schon die erste safari: zu fuß. vorbei am eingang zur serengeti-safari schlenderten wir zu den affengehegen. teils waren es nur durch wasserläufe abgetrennte bereiche, teils können wir in große anlagen hineingehen direkt auf tuchfühlung zu den affen. 
schilder warnen an den eingängen und geben hinweise auf das angebrachte verhalten in den anlagen. keine kinderwagen, kein essen, bitte nicht füttern, vorsicht mit mützen, sonnenbrillen und kameras. manchmal ist auch ein tierpfleger anwesend. es ist beeindruckend, die tiere so nah zu sehen. in den ersten gehegen, waren die affen noch recht scheu, man konnte sie jedoch gut vom weg aus beobachten. unser allerliebstes gehege ist das der cattas. 

am nächsten tag machen wir uns auf zur serengeti-safari. in unseren autos fahren wir zum eingang in den zoologischen garten. dort sind - aufgeteilt nach kontinenten - die tiere in sehr schön angelegten gehegen untergebracht. in den meisten anlagen hat man nicht das gefühl, sich in einem gehege zu befinden. manche tiere kommen ganz zutraulich an die fahrzeuge auf der straße heran und strecken neugierig die köpfe herein. 


 

 

 


 

 

natürlich sind wir vorsichtig und auch darauf bedacht, dass sie sich nichts aus dem inneren klauen können. füttern ist sowieso strengstens verboten! bei den löwen und tigern ist oberste vorsicht geboten. dort fahren wir mit großer ehrfurcht durch - und mit geschlossenen fenstern! in diesen anlagen steht immer ein tierwärter parat, der die tiere vom blödsinn machen abhält. so können wir das für uns bisher einmalige spaktakel erleben, wie sich eine löwin in einen kuhschädel verbeißt. nur ein paar meter von uns entfernt. diese nähe zu den tieren im zoo kannten wir bis jetzt noch nicht. 
und diese nähe macht den serengetipark so besonders.



drei stunden bestaunen wir die artenvielfalt und nehmen uns zeit, die tiere aus nächster nähe zu betrachten, wenn nicht manche tiere auf der straße das weiterfahren behindern und uns zum längeren genießen zwingen. in "europa" können wir das auto verlassen und ziegen, esel, schafe und rehe füttern. welch ein buntes treiben. einen zweiten stopp legen wir bei den elefanten ein, dort gönnen wir den kindern ein eis, dann lässt sich die hitze etwas besser aushalten.

an einer grillstelle legen wir die mittagspause ein. von dort können wir schon ein paar fahrgeschäfte der abenteuer-safari beobachten. die vorfreude steigt. schiffsschaukel, achterbahn, riesenrad, freefall-tower, indoor-spielplatz, outdoor-spielplatz, karussell, trampolin, und und und.... 
das angebot ist groß. 


 

wir schwärmen auseinander und treffen uns abends wieder alle am indoor-spielplatz, wo die kinder noch kurz rutschen und klettern können. müde trudeln wir in die zanzibar zum abendessen ein.  
und auch der heutige tag vergeht nicht ohne einen besuch bei den cattas.
bevor wir abends ins bett gehen, kann unser blick noch über das tiergehege schweifen. dort sitzen direkt an der landzunge gegenüber unserer lodge zwei vogel strauße und wir fragten uns scherzhaft, wer hier wohl wen im gehege beobachtet.



am dritten tag haben wir immer noch nicht alles gesehen. heute gehen wir ins schimpansen-reservat. von dort gelangen wir über eine hängebrücke an einen aussichtspunkt, 
von dem wir einen teil des serengeti-parks überblicken können. 
ein paar schritte weiter können wir starten zur dschungel-safari-tour. 
in einem offenen jeep fahren wir erneut in den serengetipark. 



der gesamte park ist sehr sauber und wunderbar strukturiert. auch mit unserer kleinen war es uns jederzeit möglich, schnell ein wc zu erreichen. das einzige restaurant, das wir kennenlernen ist die zanzibar. zum frühstück und abendessen trudeln wir dort ein und bedienten uns am reichlich gefüllten und abwechslungsreichen buffet! das einzige, was verbesserungswürdig ist: der kaffee beim frühstück. das geht noch etwas besser.


 

am abreisetag sind wir natürlich noch zum verabschieden bei den cattas gewesen. und genau in diesem moment wird mir klar, wie viel glück wir doch die letzten tage gehabt haben. glück, diese stillen momente im park vor der offiziellen öffnung zu erleben, diesen überwältigenden flair, das atemberaubende treffen auf die tiere, die vielseitigkeit des parks. da wird uns zuhause etwas fehlen.