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Montag, 8. Februar 2021

vierte homeschoolingwoche 2021 - mit dem blick auf die kleinen dinge

diese woche wollen wir nur die schönen dinge hervorheben. denn die tragen uns weiter durch den tag und die woche, als die unschönen. 

 


wir haben das licht bewundert, das zusammen mit dem saharastaub entstanden ist. 

wir haben uns über die fröhlichen gesichter unserer lieben gefreut, als wir selbstgemachte nonnenfürzle verteilten( anmerkung: das ist frittiertes schmalzgebäck aus dem schwabenland)

wir haben die ersten triebe unserer schneeglöckchen gesucht - und gefunden

 


wir schauten dem starken regen zu und freuten uns, dass wir sicher und trocken drinnen sein können. 

ein wunderschöner roter marienkäfer hat uns zwei tage gesellschaft geleistet.

wir haben schöne musik gehört und festgestellt, dass das radio diese woche nur die besten lieder spielte.

die kinder haben täglich höhlen gebaut. am wochenende durften sie auch nachts darin schlafen.

wir haben tausende schritte auf einen berg geschafft und wieder runter. haben dem schlamm getrotzt und wurden mit einer wunderschönen aussicht belohnt. 

 


fasching steht vor der tür. die mädels haben sich geschmimkt und verkleidet.

die fahräder wurden aus dem schuppen geholt, es wurden ermittlungen angestellt: wer ist der geheime mister "blaue jacke"? 

geburtstage standen im kalender.

wir mädels haben die malerei wiederentdeckt.

 




auf in die nächste woche.



Mittwoch, 3. Februar 2021

homeschooling 2021 - ein persönlicher erfahrungsbericht

 "das kann doch nicht so schwer sein!"


warum in aller welt, ist es so schwierig, diese schulaufgaben in schwierigkeitsstufe klasse 4 schnell zu erledigen und dann freizeit zu genießen? warum sehen die kids das licht am ende des tunnels nicht. dort liegen die belohnungen für die harte arbeit, die das homeschooling von ihnen fordert. die aussicht auf tv, spielen, frische luft, mit der freundin telefonieren, dass die mama endlich aufhört sie mit den aufgaben zu plagen.... treibt sie nicht an. waaaarum nicht???

ich komme mir täglich vor wie auf dem hundesportplatz. dort treibe ich meine mädels durch den parcours. bin voll auf adrenalin. erstens weil ich das heutige pensum sehe. zweitens, weil ich versuche ihnen ein wenig begeisterung für die aufgaben einzureden. dabei haben sie wirklich kein bock. es kostet so viel kraft.

 


mit meiner großen habe ich die tage mal so lamentiert, dass ich ihre aufgaben in nullkommenichts durcharbeiten werde, die zeit stoppen möchte um ihr dabei zu zeigen, wie "einfach" es doch ist. 

das sah wie folgt aus:

beide mädels sitzen an ihren schreibtischen, haben einen überblick über ihre tagesaufgaben. gestern haben wir nach der erledigten arbeit noch kurz festgelegt, was sie für heute bearbeiten möchten, es sind also von ihnen ausgewählte wohlfühlaufgaben. und daraus suchen sie sich nun widerum die aufgaben mit der niedrigsten hemmschwelle heraus. man könnte meinen, die motivation reicht aus, um konzentriert loszulegen. 

jetzt schon müssen wir noch die mundwinkel korrigieren. von ganz steil nach unten nach mitte bis oben. 

ok. die kinder sind soweit, legen los. ich sitze mit im zimmer, die arbeitsblätter in mathe, die die große gerade nicht bearbeitet auf dem schoß und einen stift in der hand. ich freue mich sogar. verstohlen drehen die mädels sich um und beobachten mich. wie witzig, die mama sitzt auch mit aufgaben da. kurzes räuspern und sie drehen sich wieder zurück zu ihren aufgaben. ich kehre gedanklich auch wieder zu meinen aufgaben zurück. schriftliches multiplizieren in unterschiedlichen schwierigkeitsstufen. das machen wir schon seit wochen. die routine sollte mir helfen. ich konzentriere mich. es fällt mir schwer, den überblick zu haben, welche zahlen ich nun schon multipliziert habe und welche nicht. ich komme langsam voran. denn ich merke, dass ich das zimmer abscanne. nach geräuschen. nach hinweisen auf den status der kinder. arbeiten sie noch oder sieht das von hinten so aus, als ob sie schon in ihr träumerland gewechselt sind? nochmal räuspern, nur zur sicherheit. wo war ich jetzt? hab ich 9x9 schon gerechnet, welchen übertrag musste ich noch berücksichtigen, neiiiiiin, zur sicherheit nochmal von vorne. eine frage kommt auf. blatt weg und schauen, wo es fehlt. nochmal beide anschubsen und dann wieder zurück zu meinem blatt. oh mann! erst die hälfte geschafft. "was kann ich den mädels nachher als zwischensnack anbieten?" die gedanken beginnen zu wandern. nein! nicht abschweifen! die seufzer der mädels werden lauter. nochmal korrektur der mundwinkel und zwischenstand der zeit bekanntgeben. nur noch ein paar minuten dranbleiben, dann machen wir kurz pause. puuuuh! ich habe die zweite seite zur hälfte geschafft. die große steckt fest. anschucken bringt nix. der timer klingelt. zum glück!

"mama, was soll ich machen?" was kann man denn in 5 minuten machen? warum muss ich dir das in der pause auch noch sagen, was du machen möchtest. es reicht doch während der arbeitsphase.

 


die mädels tingeln ins wohnzimmer in richtung der puppen, die sie aktuell wieder entdeckt haben. ich nutze die gunst der stunde und mache weiter mit meinen aufgaben. jetzt muss aber was laufen. es ist ruhig im zimmer. tatsächlich schaffe ich es ein starkes stück weiterzukommen. ich merke, wie ich vor konzentration die augen zusammen kneife. manchmal halte ich sogar die luft an. es ist wirklich schwer, so fokussiert zu arbeiten. 

die pausenzeit ist um, ich rufe nach ihnen. nur widerwilig geben sie das spiel auf, sind aber im kopf noch in ihrer puppenwelt. das merkt man an dem, was sie am schreibtisch sitzend noch von sich geben. schrille laute, kindersprache, einzelne wortfragmente. das rüberwechseln fällt schwer. "mama, ich hab hunger!" was? wir haben vor einer starken halben stunde den frühstückstisch verlassen. schon wieder hunger? was hab ich mir vorhin überlegt, als der gedanke an den zwischensnack aufkam? ich schwenke um, nein, sie kann noch nicht hungrig sein. das ist rauszögerungstaktik. klare ansage von mir. einen snack gibt es nach den nächsten 20min. stöhnen, noch ein weiterer versuch mich umzustimmen. vergebens. konzentration! wo wart ihr stehen geblieben, was kommt jetzt dran? wo stehen die mundwinkel? 

als beide wieder "in der spur" sind, mache auch ich weiter. ich hole mir das dritte blatt. das reißt die große wieder aus ihrem mäßigen flow. kurzes zuzwinkern, ein schulterklopfen, das soll sie zum weitermachen bewegen. es ist so schwer. nun dauert es ein wenig länger bis der kopf über dem arbeitsblatt ist. drüben am anderen tisch verzweifelt die kleine. die luft ist raus. schon in der zweiten arbeitsphase. das kann ja heiter werden. unser gebrabbel stört die große, hüpfe schnell rüber und schucke sie an. bunte stifte, ja das hilft. es sieht herrlich aus, wenn die striche in der rechnung bunt sind. sie beginnt, die aufgaben in unterschiedlichen farben zu unterstreichen. es versteht sich von selbst, dass die farben regenbogenartig aufeinander folgen. und das gibt ihr tatsächlich ansporn. geschafft!

die kleine hat mittlerweile aufgegeben. die kurze auszeit, während ich mich um die große gekümmert habe, hat sie genutzt, um sich völlig verzweifelt mit ihrem reisenkuschelhund auf dem bett zu verkriechen. eine träne kullert ihr über die wange. es ist aus. kurz keimt meine hoffnung auf, dass sie noch die kurve kriegt und eben später weitermacht. aber da ist hopfen und malz verloren. 

der timer piept. die große hat es sogar geschafft, einen teil vom arbeitsblatt für morgen vorzubereiten, die aufgaben sind vorgeschrieben, natürlich in regenbogenfarben unterstrichen und sie himmelt das blatt an. die perfekte ausgangssituation für morgen. ein weiteres schulterklopfen und die frage, ob das jetzt nicht ein tolles gefühl ist, es geschafft zu haben. die mundwinkel sind freiwillig oben. pause. 

 


die puppen sind wieder dran.

 

für die dritte arbeitsphase hat sich die große aufgaben in deutsch ausgesucht. klappt gut. die kleine hat immer noch aufgegeben. sie steigt jetzt ins killergeschäft bei der großen ein. kann ja nicht schaden. sie unterstützt nun und hinterfragt die rechtschreibung einiger wörter. i oder ie? ihre teamarbeit ist prima. ich lasse laufen. zurück zu meinen aufgaben, kann gerade eh nichts anderes anstoßen. gemeinsam schlagen sie im kinderduden wörter nach. mein herz geht auf. ich ertappe mich beim anstarren. bin abgeschweift. so ist das also, wenn die kids über ihren blättern sitzen. gar nicht so einfach, wenn im zimmer noch weitere schauplätze sind. kurze anmerkung: getrennte zimmer klappen nur eingeschränkt, da sie dann alleine ins träumen kommen und auch nicht voran kommen, so dass ich ständig von zimmer zu zimmer pendeln muss zum anschucken. mit ach und krach vervollständige ich das dritte blatt. während der nächsten pause schnappe ich mir das arbeitsheft der großen und schreibe die letzten aufgaben ab. nicht ohne den mädels ein versprechen abgenommen zu haben. die teamarbeit soll auch in die andere richtung funktionieren. sie sollen nachher die lernwörter der kleinen gemeinsam als laufdiktat erledigen. als sie zurückkommen habe ich alle matheaufgaben erledigt. und ich merke, wie schwer es war, die konzentration zu halten.

das laufdiktat klappt prima! währendessen bringe ich eine ladung wäsche zum laufen und checke die lage in der küche. sie kommen glücklich und stolz aus dem kinderzimmer. dickes lob von mir und die große pause steht an. sie wünschen sich eine folge ihrer aktuellen lieblingsserie. 

danach verschaffen wir uns nochmal einen überblick über die verbleibenden aufgaben. wir machen abstriche. das erleichtert uns alle. wir schmieden den plan, wie wir jetzt weitermachen. sie wünschen sich heute in die badewanne zu gehen. das wird das zugpferd für heute. das licht am ende des tunnels. 

 


schulende. wir haben vergessen den timer zu stellen. die phasen, in denen konzentriert gearbeitet wird, werden immer kürzer, die pausen dazwischen immer länger. aber die aufgaben sind abgeschlossen, das pensum haben wir nicht erreicht. die kleine wünscht sich einen aufkleber, so wie die große gestern beim abholen der wochenaufgaben welche von ihrer lehrerin bekommen hat. wir wühlen meinen aufkleberfundus durch. natürlich darf die große sich auch einen aussuchen. die wahl fällt schwer. da reicht einer nicht aus. die sind alle sooooo schön. der spontane deal ist nun, dass sie jeden tag einen aussuchen dürfen. morgen ist ja auch noch ein tag. 

wir machen feierabend für heute. wo ist die zeit hin? nach dem mittagessen lassen sie sich die wanne einlaufen - natürlich mit badequatsch. es ist 14 uhr. ich lasse sie im wasser sitzen bis die haut richtig schrumpelig geworden ist. die große muss heute aber noch mindestens drei kapitel im neuen buch von der schule lesen. aber erst, wenn die erinnerung an die mühen des vormittags verblasst sind. vielleicht kriegt die kleine dann auch noch lust, ihren kurzen text von heute morgen zu lesen. 

"das kann doch nicht so schwer sein!"






die drei kapitel für abends sind natürlich auch nicht zu schaffen. nach zwei geben wir auf. der tag soll mit einem wohlfühlgefühl enden und nicht mit frust. die lesehausaufgabe der kleinen klappt prima. der trick, sie dem papa vorzulesen bewirkt wunder.
 

wenn die mädels im bett sind, ist das mein licht am ende des tunnels. und vielleicht suche ich mir dann auch noch einen klitzekleinen aufkleber aus. einen mit glitzer. und pink. das ist dann meine belohnung für heute. zusammen mit noch ein wenig mehr verständnis für die leistung, die sie in diesen tagen vollbringen. 


anmerkung: die zahlentafeln musste die kleine machen für die schule.

Sonntag, 31. Januar 2021

dritte homeschoolingwoche 2021 - wechselbad der gefühle

 

 

sei stur bei deinen zielen 

aber flexibel in deinen wegen

 

...nichts neues hier

immer wieder dasselbe im fleischwolf durcheinander gedreht. 


lachen         weinen        traurig sein        glücklich sein         

wütend sein        verzweifeln        aufgeben        schreien         

grinsen        träumen        zerrissen sein        sauer sein         

machtlos sein        resignieren


wir schwimmen im wechselbad der gefühle. sie kommen und gehen. manchmal ganz unverhofft. oft voraussehbar und angekündigt. manchmal huschen sie ganz schnell durch uns durch, sagen nur schnell hallo. und manchmal dauern sie an. es schleicht sich in des verkrampfte arbeiten ein klitzekleiner kurzer moment des lachens über ein missgeschick in der rechtschreibung ein. kurzes bangen, ob dieses lachen das dünnhäutige und fragile gerüst der gefühle zerbrechen lässt und frust, ärger oder wut aufkommen lässt.... nein, glück gehabt, in zweierlei hinsicht. es wendet sich in ein andauerndes lachen und zaubert glücksgefühl. es schweißt uns zusammen, weil wir gemeinsam mit und gegen unsere gefühle kämpfen. 

ein bisschen was verändert sich. 

"ich mache nie wieder hausaufgaben!" 

ich merke, wie selbst in verzweifelten momenten die kinder den ansporn haben, ihre aufgaben nicht aufzugeben. obwohl sie es in diesem augenblick eigentlich wollen. ich kann nicht benennen, was sie daran hindert es wirklich zu tun. beide mädels gehen unterschiedlich mit diesem zerrissen sein um. die eine bleibt vor der aufgabe sitzen und muss oder will sich hörbar und auge in auge damit quälen. da müssen alle drumheum mitleiden. sie will es zu ende bringen, kann es aber in diesem moment alleine nicht. die andere steht auf und nimmt erstmal abstand. ihre botschaft scheint endgültiger. "ich mache nie wieder hausaufgaben!" doch dort mit abstand kämpft sie leise und heimlich in ihrem inneren. bis sie wieder zurück kommt und scheinbar mühelos zu ende bringt, was davor nicht zu schaffen war. die feinfühligkeit richtig auf diese anforderungen zu reagieren liegt bei mir. nicht immer, aber immer öfter kann ich das aushalten und lasse einfach mal laufen. lasse sie ihre gefühle durchleben und sie angemessen abschliessen. dann geht es wieder frisch ans werk, oder wir merken es muss eine längere pause her. so what....

was nun aber beide vereint: am ende sind die aufgaben erledigt. sie können das glücksgefühl darüber verinnerlichen und sich freuen, dass die anstrengungen sich gelohnt haben. 

und gleichzeitig lerne ich auch viel dazu. ich habe mich verabschiedet von der unart etwas zu verbessern. mit dem finger auf den fehler zu zeigen. dinge, die mir wichtig sind, lasse ich sie nochmal anschauen und überdenken. aber diese woche werden die lehrer auch fehler finden. denn eins ist klar: wir sind nicht fehlerfrei, wir alle nicht. fehler darf man machen. und wo kämen wir denn hin, wenn kinder in der grundschule keine machen dürften? wie sie in dieser homeschooling-situation daraus lernen sollen (wenn die korrekturen frühestens eine woche später zurückkommen und der stoff mental bei den kindern schon längst abgehakt ist), steht auf einem anderen blatt. das erschließt sich mir noch nicht vollends. kann ja aber noch kommen. vielleicht nächste woche...




 


Montag, 25. Januar 2021

zweite homeschoolingwoche 2021 - auf der suche nach struktur und antworten

struktur 

war das treffendste wort für diese woche. entweder hatten wir welche, oder nicht. 

 

 

 

im wirrwarr der nachrichten. 

zwischen all den neuen und alten coronaregeln. 

kopfkino. 

gedankenkarussel. 

unausgelastet aber oft überfordert.

 

wie soll ich den kindern eine struktur vorgeben? wenn ich selbst schwimme und mir oft meine eigene struktur fehlt. einfach gesagt: man gebe mir dreckige wäsche, verschiedene lebensmittel oder gartenarbeit und ich weiß, was damit zu tun ist. jeden einzelnen schritt, ohne zu überlegen. das geht automatisch. wir sind nun seit ungefähr 6 wochen zu hause, auch die zwei ferienwochen währenddessen waren nicht mit großen abenteuern gespickt, wie man sie in "normalen" ferien erleben könnte. das erlebte ist überschaubar, wenn auch nicht weniger glückbringend, aber eben nicht hochtrabend anders als "alltag". es sind die klitzekleinen dinge, die glücklich machen: schneeflocken, vögel beobachten am futterhaus, schneeballschlachten, eine schneeburg bauen.... meine komfortzone ist längst verlassen, mir fällt nur noch weniges zur motivation der kinder ein. aber wir versuchen hier alle unser bestes und grooven uns so langsam in unsere struktur ein. die schulaufgaben geben das meiste ja sowieso vor. wir haben große unterschiede in den anforderungen an die kinder. 

die große muss alles ganz trocken abarbeiten über arbeitsblätter und arbeitshefte. sie tut sich schwer ihre eigene motivation aufrechtzuerhalten. hier kämpfe ich tag für tag um klitzekleine erfolgserlebnisse, die sie zum weitermachen bewegen. letztendlich sitzt sie aber am längeren hebel. wenn kein bock oder der frustpegel zu hoch - dann geht nichts mehr. 

die kleine hat in meinen augen großes glück mit den methoden ihrer lehrerin. die arbeitet viel mit erklärvideos passend zu den arbeitsblättern und arbeitsheften. da gibt es sprachnachrichten, morgengrüße und rätsel, sportvideos und bodypercussion. allerdings muss ich auch bei der kleinen eine niedrige frustrationstoleranz feststellen. schnell kommt verzweiflung hoch, wenn mal was nicht sofort klappt. dünnhäutig beim hinweis auf einen fehler ist sie schon längst. 

jedes kind braucht hier begleitung, meistens beide gleichzeitig. da ist die eine beleidigt, wenn ich bei der anderen unterstütze. oder die andere muss auch unbedingt zusehen und hören, wenn ich der einen etwas erkläre. manchmal wird der flow gebremst, weil ich zur falschen zeit an der falschen stelle bin. teilen kann ich mich nicht, also müssen wir das alle drei aushalten. 

 


 

ich versuche alternativen anzubieten. die aufgaben müssen nicht alle steif am schreibtisch gelöst werden. da weichen wir auch mal auf das polster am boden aus zum ausfüllen eines arbeitsblattes, zum ausmalen.... oder das sofa im schlafzimmer wird zur (vor-)lesestation. beide haben herausgefunden, dass sie zeitweise auch im stehen am schreibtisch arbeiten können. neben den schreibtischen steht was zu trinken und auch was zu knabbern bereit. das gibt eine schnelle motivation für zwischendurch. wir strukturieren das lernen in blöcken mit 20 min lernzeit und einer kurzen pause von 5 minuten danach. aber auch hier sind wir nicht strikt und lassen den stift mit dem ende des timers fallen. das klappt prima.

 



für die übersicht haben wir uns angewöhnt, montags mit den neuen aufgaben ein tagespensum zu überschlagen. montags wählt die große die aufgaben aus, die ihr sofort ins auge stechen. wenn diese erledigt sind ist schulschluss. für den nächsten tag definiert sie selbst die aufgaben und markiert sie mit einem kleber. allerdings stehe ich ihr dabei beratend bei. so weiß sie schon, was auf sie zukommt und kann sich schon mal darauf einstellen. das klappt bisher sehr gut und wir müssen nur klitzekleine korrekturen und verschiebungen vornehmen, wenn die motivation nicht ausreicht. diese woche hat sie sogar so gut gehaushaltet, dass sie freitag schon um 11 uhr die hefte zuklappen konnte. dieses erfolgserlebnis habe ich ihr immer wieder bewußt gemacht. das trägt sie nun hoffentlich eine weile.

die kleine hat schon auf die tage fest vorgegebene aufgaben. aber auch hier bemühe ich mich, dass sie den überblick hat über ihre aufgaben. sie darf wählen, in welche reihenfolge sie die sachen abarbeitet. die hängerchen und tiefpunkte bekämpfen wir mit den videos aus ihrer onlinepinnwand - oder mit einer runde kartenspielen. 

wir machen das beste aus den umständen und holen so viel als möglich heraus. der rest bleibt liegen. denn ich finde, so wie es läuft, sind die schüler nicht richtig abgeholt. die übergabe der aufgaben und das erledigen fühlt sich ein wenig an, wie eine strafarbeit, die sie zu hause erledigen müssen. es fehlt das unmittelbar zeitahe und fachliche feedback. 

 

 

die schulaufgaben nehmen viel raum ein. nach schulende sind wir aber unser eigener chef. die kinder sind viel draußen im schnee. wir sind kreativ und unsere tiramisu-tour haben wir auch diesen montag gemacht. diesmal mit apfelcrumble im glas. die mädels haben sich das rezept aufgeteilt. eine war verantwortlich für die äpfel und die andere für das crumble. stolz und glücklich haben sie es der family überreicht. zwischen tür und angel sind noch die neuesten infos ausgetauscht worden. die ideen für nächste woche sind schon gesammelt. wir können noch ein paar wochen so weiter machen, also mit dem essen ausfahren natürlich nur!

 

 

alles was wir nicht weiter machen können lassen wir einfach weg. und die innere stimme, die mir ein schlechtes gewissen einredet, wenn die mädels nicht alles geschafft haben versuche ich zu überstimmen. denn in der zeit nach dem homeschooling muss ich mich nur ganz kurz zurücklehnen und beobachten - dann erkenne ich ganz viel versteckte sozialkompetenz und berborgenes wissen an den mädels. beim spaziergang in der nachbarschaft wird freundlich gegrüßt, wenn uns jemand entgegen kommt. die zuvor zum ersten mal gelernte bedeutung der straßenschilder können sie wiedergeben und können weitere schilder ableiten von den bekannten. sie sind empathisch, denken über viele sachen bewußt nach und hinterfragen einiges, was für uns erwachsene selbstverständlich hingenommen wird. sie können schlußfolgern. und das kann schule nicht leisten. das steckt in ihnen.

die restlichen aufgaben bleiben erstmal unbeantwortet stehen. 

 

antworten gibt es viele

ein richtig oder falsch nicht

 

auf in die dritte homeschooling woche.









Sonntag, 17. Januar 2021

schnee schnee schnee - unsere erste woche zu hause

 puuuh - geschafft

diese woche hatte es schon in sich, dabei war ich guter dinge und hatte einige schöne dinge in petto.

vergnügt und motiviert starteten wir in den montag. nach den zu erledigenden schulaufgaben hatten wir eine tour geplant.

 

 

tiramisu - tour

schon längere zeit hatte ich gelüste auf tiramisu. mit bighanna bereiteten wir eine schüssel für uns vor und zusätzlich füllten wir einige einzelportionen zum verteilen. abgedeckt mit butterbrotpapier und zugebunden mit etwas bast machten die gläser gut was her. die allergrößte freude war allerdings der moment, als die gläser den besitzer wechselten. 

ursprünglich sollte diese woche übergangsweise im homeschooling stattfinden. ab 18.1.2021 war der präsenzunterricht wieder angedacht. dieser plan sollte sich schon mitte der woche wieder in luft auflösen: weitere 2 wochen zuhause mit schulaufgaben. die vorahnung war ja da, aber die endgültigkeit ließ mich straucheln. die motivation sank von tag zu tag - nicht nur bei den kindern. unverständnis, wie die menge an aufgaben bewältigt werden kann. ohne den ansporn und den vergleich aus zeiten des präsenzunterrichts.... ohne den ansporn und den antrieb der lehrerschaft... es kostete mich einige nerven....es fällt mir so schwer meinen zwang nicht nachzugeben : "die aufgaben müssen alle erledigt werden!" bis ich zu der erkenntnis gelangt bin: das ist nicht zu schaffen. nicht ohne die beziehung zwischen uns zu beeinträchtigen. das ist es nicht wert. diesen weg musste ich letztes frühjahr schon einmal gehen.

viele kaffees, kuchen, süßis und frustknabbereien, tränen, schimpftiraden und momente der verzweiflung später, erst als ich mir dies eingestanden habe, lief es besser. wir können das nicht alles nach plan erledigen. 

wir können aber vieles andere tun!

 

wir können uns die rosinen picken, die aufgaben erledigen, die den kindern liegen und ihnen spaß machen. die anspruchsvolleren aufgaben auf einen zeitpunkt mit größerer motivation verlegen. dann klappten tatsächlich sogar schwierigere zusatzaufgaben gut. und wir waren auf der suche nach kreativem hilfsmaterial zur unterstützung beim rechnen. so sind wir auf diese zahlen gestoßen, die der herr des hauses mit unserem goldstückchen im 3d-druckverfahren hergestellt hat. 


 

die kinder sind viel raus gegangen in den schnee. wir haben den sonnenaufgang auf den streuobstwiesen erwartet und beobachtet, wie die das licht über die wiese wandert und wunderschöne inseln mit licht und schatten zaubert. wir haben spuren im schnee gefunden. waren am tag des neuschnees noch vor dem frühstück auf dem hof zum schneeschippen und haben uns ausgiebig zeit dazu gelassen, die schulaufgaben waren auf später verschoben.



mehrere nachmittage beschäftigten wir uns mit stempeln. aus linolplatten schnitzte ich ein paar motive und die kinder gestalteten selbst welche aus schaumstoffbögen. 

 

 

das coronatagebuch von letztem jahr wurde wieder aktiviert und die beschreibungen der kinder haben sie auch dort mit ihren stempeln ergänzt. tatsächlich konnten sie sich sehr lange zeit damit beschäftigen. die nachmittagssonne zauberte uns zusammen mit littlelottes t-shirt dann zufälligerweise noch eine pinguindisco. seht selbst: 


 
vor unserem küchenfenster steht ein vogelhaus. viele piepmätze freuen sich über das futter und wir können sie vom fenster ganz gemütlich beobachten. zum wochenende wollten wir ihnen zusätzlich zum streufutter noch etwas fettfutter dazu tun. die leergepickten tontöpfe vom letzten winter haben wir wieder frisch gefüllt. ab ans fenster, mal sehen, wann sie die neue leckerei entdecken.




dies waren die erkenntnisse der woche. nachdem ich frieden damit geschlossen habe, kann ich gut in die nächste woche starten. die ziele sind gesteckt, nicht zu hoch. sie sind zu schaffen ohne aus der puste zu geraten. 



Samstag, 9. April 2016

erleuchtungen, erinnerungen und erleichterungen

wie oft habe ich an den kommenden zeilen herungefeilt, wie oft habe ich sie gelöscht, 
wie oft gedacht: nein, das kann ich nicht veröffentlichen....
wen interessiert es, wer kann meinen wirren gedanken und worten folgen?
und dann dachte ich: das muss ja auch niemand verstehen. hört sich blöd an, aber ich sehe das jetzt als teil meines online tagebuchs, irgenwann in ein paar jahren kann ich mir die alten einträge chronologisch durchlesen. wer weiß, vielleicht kann ich selbst dann meinen wirren gedanken nicht mehr folgen.... 



eine woche im April

eine eigentlich ganz normale woche
wir sind aus dem skiurlaub zurück, aufgeräumt war schnell. 
wen juckt schon der wäscheberg in der waschküche?

und dann ein schicksalsschlag in der familie

"du bist nicht mehr da, wo du warst, 
aber du bist überall, wo wir sind!"

zurückgeworfen in meine kindheit, in der der kontakt zu meiner oma am intensivsten war, musste hier der alltag weitergehen. ich bin selbst erstaunt, wie schnell ich meinen haushalt (naja, den mit kindern möglichen standard ) wieder auf vordermann bringen konnte. erstaunt, dass das schlechte gewissen ausblieb, weil ich meine ellenlange "sollte ich auch mal machen-liste" noch im hinterkopf habe. einfach mal machen, nicht so lange überlegen, was schiefgehen kann, woran das vorhaben scheitern kann. das leben nimmt keine rücksicht, was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

"tu zuerst das notwendige, 
dann das mögliche, 
und plötzlich schaffst du das unmögliche" 
franz v. assisi

es klappte hervorragend!
die kinder spielen gerade soooooo schön miteinander. und beide waren mit feuer und flamme dabei, als wir die samen für unseren gemüsegarten ausgesät haben. 
das war nämlich so eine erledigung, die ich vor mir herschieben wollte, genauso wie das auspflanzen der blümchen, die ich schon vor ostern gekauft hatte. ...nicht lange überlegen, einfach machen. 

und in meinem kopf spielte sich viel ab. 
erinnerungen
erinnerungen an kindertage, reflektionen über das, worin meine oma mich geprägt hatte.
und da fiel mir wieder ein, dass ich meiner kleinen noch ein paar einträge in ihr kinderalbum schuldig bin. wieder so ein angefangenes projekt, mit viel potential für ein ständig schlechtes gewissen. 
...nicht lange überlegen, einfach machen. das klappt hervorragend!
ich bin schon fast auf aktuellem stand. und zwar, weil ich einfach losgelegt hab und nicht ständig zurückgestellt habe, weil ich den unbezwingbaren berg vor mir gesehen habe.

und wenn ich mir diese handlungsweise weiter beibehalte, dann wird es hier auf dem blog hoffentlich wieder etwas abwechslungsreicher.
ein paar pläne habe ich schon geschmiedet, 
was ich in nächster zeit aus aktuellen anlässen zeigen kann.

bis bald